Ein Anrufer erreicht die Firmennummer und der Auto Attendant leitet ihn zur Warteschlange. Die Weiterleitung nach Geschäftsschluss aufs Mobiltelefon scheitert jedoch. Die kostenlose Teams Phone Resource Account-Lizenz deckt das Konto der Sprachanwendung ab; für ausgehende PSTN-Anrufe gelten zusätzliche Voraussetzungen.

Bei Teams Phone wird oft pauschal empfohlen, „Phone System für alle zu kaufen“. Dabei werden Mitarbeiter, Auto Attendant, Call Queue, gemeinsam genutztes Empfangstelefon und die Verbindung zum öffentlichen Telefonnetz vermischt. Jede Komponente hat eine andere Aufgabe. Seit einer Änderung zum 1. November 2025 können ältere Ratschläge zu Calling Plans auf Ressourcenkonten zudem irreführend sein. Die aktuellen Voraussetzungen von Microsoft unterscheiden eingehende Anrufe, externe Weiterleitungen und ausgehende Anrufe im Namen einer Warteschlange.

Dieser Artikel behandelt Auto Attendants und Call Queues für Telefonie. Teams Rooms für Besprechungen und das persönliche Telefon eines Mitarbeiters sind andere Szenarien. Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Rufnummern hängen auch vom Land und Anbieter ab.

Vier Konten und Dienste getrennt betrachten

Ein Ressourcenkonto ist die Identität eines Auto Attendants oder einer Call Queue in Teams. Jedes angelegte Ressourcenkonto benötigt eine eigene Microsoft Teams Phone Resource Account-Lizenz – auch ohne zugewiesene Rufnummer. Sie ist kostenlos, muss aber bestellt und zugewiesen werden. Sie lizenziert keine Mitarbeiter. Im Tenant muss außerdem mindestens eine Teams Phone-Lizenz vorhanden sein, damit Auto Attendants und Call Queues genutzt werden können. Ressourcenkonten müssen für die Anmeldung gesperrt bleiben. Siehe Microsofts Voraussetzungen.

Ein Agent ist ein Mitarbeiter, der Anrufe aus der Warteschlange bearbeitet. Seine Teams Phone- und Sprachrechte werden getrennt vom Ressourcenkonto geprüft. Laut Microsofts Voraussetzungen muss Enterprise Voice für Agenten aktiviert sein; weitere Anforderungen hängen von Weiterleitung und Routing ab. Die kostenlose Ressourcenkonto-Lizenz deckt Agenten nicht ab.

Die PSTN-Anbindung bestimmt, wie Teams das öffentliche Telefonnetz erreicht: Microsoft Calling Plan, Operator Connect oder Direct Routing. Das sind verschiedene Verbindungsmodelle, nicht unterschiedliche Namen für dieselbe Lizenz. Prüfen Sie Microsofts Übersicht und die regionale Verfügbarkeit.

Ein Telefon im gemeinsam genutzten Bereich ist ein physisches Gerät, etwa am Empfang. Microsoft beschreibt dafür Teams Shared Devices und einen anderen Kontotyp als für einen Auto Attendant. Die kostenlose Lizenz der Sprachanwendung löst die Anmeldung des Geräts nicht. Näheres steht in der Anleitung für gemeinsam genutzte Telefone.

Konten und Dienste im Teams-Phone-Anrufablauf
KomponenteEntscheidende FrageTypische Prüfung
Auto Attendant oder Call QueueGibt es ein Ressourcenkonto?Kostenlose Teams Phone Resource Account-Lizenz und Zuordnung
AgentSind seine Sprachrechte vorhanden?Teams Phone, Enterprise Voice und fallbezogene Rechte
Gemeinsam genutztes TelefonHandelt es sich um ein Gerät statt eine Sprachanwendung?Teams Shared Devices und Gerätekonto
Öffentliches TelefonnetzWer stellt Rufnummer und ausgehenden Weg bereit?Calling Plan, Operator Connect oder Direct Routing

Die Tabelle dient zur Orientierung. Welche Lizenzen ein Agent insgesamt benötigt, hängt vom Anrufablauf und den aktivierten Funktionen ab.

Die kostenlose Lizenz finanziert keine ausgehenden Anrufe

Ein Ressourcenkonto, das nur Anrufe entgegennimmt und innerhalb von Teams weiterleitet, benötigt laut Microsoft nicht automatisch einen Microsoft Calling Plan. Eine Weiterleitung auf ein externes Mobiltelefon, ein Rückruf oder ein Anruf im Namen der Warteschlange erzeugt dagegen ein ausgehendes PSTN-Szenario. Finanzierung oder Routing richten sich nach dem Rufnummerntyp.

Für Rufnummern von Microsoft verlangen die aktuellen Regeln eine finanzierte Pay-as-you-go-Lizenz, Communications Credits oder die passende Telco-PAYG-Regelung in New Commerce. Seit dem 1. November 2025 ersetzt ein regulärer Calling Plan auf dem Ressourcenkonto diese Voraussetzungen für ausgehende Anrufe nicht mehr. Deshalb kann ein eingehender Anruf funktionieren, während die Weiterleitung aufs Mobiltelefon fehlschlägt.

Bei Operator Connect hängt ausgehendes Telefonieren von der zugewiesenen Rufnummer und der Einrichtung beim Anbieter ab. Microsofts Basistabelle nennt bei zugewiesener Operator-Connect-Nummer keine weitere Anforderung an das Ressourcenkonto. Für bestimmte ausgehende Szenarien verlangt die Anleitung von 2025 dennoch eine Abstimmung mit dem Anbieter. Allein die Rufnummernzuweisung belegt nicht, dass die Weiterleitung funktioniert.

Bei Direct Routing prüfen Sie die Online-Voice-Routing-Richtlinie und den tatsächlichen Weg über den Session Border Controller und Anbieter. Microsoft weist darauf hin, dass eine Rufnummer am Ressourcenkonto für ausgehende Szenarien optional sein kann. Für bestimmte Agenten können bei Weiterleitungen zusätzliche Richtlinien oder Audio Conferencing erforderlich sein. Übertragen Sie Calling-Plan-Regeln nicht auf Direct Routing.

Wann eine eingebundene Warteschlange kein weiteres Ressourcenkonto braucht

Ein typischer Ablauf lautet: öffentliche Rufnummer → Auto Attendant → interne Call Queue. Das wirkt zunächst wie drei getrennte Konten. Die Microsoft-Dokumentation zu verschachtelten Anrufabläufen unterscheidet jedoch die direkte Einbindung einer Sprachanwendung von einer Verbindung über ihr Ressourcenkonto. Wird die Warteschlange direkt von der ersten Anwendung aufgerufen, die den Anruf angenommen hat, kann sie ohne eigenes Ressourcenkonto auskommen – selbst wenn der Anruf später extern weitergeleitet wird. Das Ressourcenkonto der ersten Anwendung bleibt lizenziert.

Das ist keine allgemeine Abkürzung. Wenn Sie über ein Ressourcenkonto leiten, benötigt dieses eine eigene Lizenz. Microsoft weist auch darauf hin, dass berechtigte Nutzer Warteschlangen ohne Konto in der Queues App nicht bearbeiten können. Eine eigene öffentliche Rufnummer, ein unabhängiger eingehender Ablauf oder delegierte Verwaltung können die Architektur ändern. Zeichnen Sie den Anrufweg, bevor Sie Konten anlegen.

Halten Sie für jeden Zweig fest: Welche Anwendung nimmt zuerst ab, wo fällt die Entscheidung zur Weiterleitung und welche Rufnummer wird für den ausgehenden Teil genutzt? So lässt sich das richtige Ressourcenkonto prüfen.

Wenn eingehende Anrufe funktionieren und ausgehende scheitern

Zwei Kollegen prüfen den Ablauf der Anrufweiterleitung
  1. Anrufablauf erfassen. Externer Anrufer → Rufnummer → Auto Attendant → Call Queue → Agent, externes Ziel oder Rückruf. Geschäftszeiten und Feiertage berücksichtigen.
  2. Rufnummerntyp bestimmen. Microsoft Calling Plan, Operator Connect oder Direct Routing geben die nächsten Prüfungen vor.
  3. Ressourcenkonto prüfen. Stimmen die Zuordnung zur Sprachanwendung und die Teams Phone Resource Account-Lizenz?
  4. Ausgehenden Weg prüfen. Bei Microsoft-Rufnummern finanziertes PAYG, Communications Credits oder Telco PAYG; bei Operator Connect den Anbieter; bei Direct Routing Richtlinie und Route.
  5. Zielrufnummer prüfen. Internationales Format und zulässige Anrufziele kontrollieren.
  6. Getrennt testen. Eingehender Anruf, externe Weiterleitung und Anruf im Namen der Warteschlange sind drei Fälle. Zeitpunkt, Fehler und Ergebnis festhalten.

Microsofts Referenzanleitung zeigt, wo Sie im Teams Admin Center Warteschlangen mit Anrufen im Namen des Kontos und externe Weiterleitungen finden. Kaufen Sie nicht vorschnell Teams Premium: Für die Queues App kann es nötig sein, aber ausgehende PSTN-Anrufe werden dadurch allein nicht finanziert. Unser Leitfaden zu Teams Premium und Rooms erklärt diese Produkte.

Ein praktisches Beispiel

Ein fiktives Unternehmen betreibt seine Hauptnummer über einen Auto Attendant. Tagsüber gehen Anrufe an den Support, nach Geschäftsschluss aufs Mobiltelefon der Teamleitung. Das Ressourcenkonto hat die kostenlose Lizenz. Tagsüber funktioniert der Ablauf, abends scheitert die Weiterleitung. Bei einer Rufnummer aus Microsoft Calling Plan muss der Administrator die Finanzierung des ausgehenden PSTN-Anrufs für das betreffende Ressourcenkonto prüfen – nicht eine zweite kostenlose Lizenz bestellen. Bei Operator Connect oder Direct Routing sind Anbieter und Voice-Routing-Richtlinie die nächsten Prüfpunkte.

Ohne Land, Anbieter und konkrete Rufnummern lässt sich aus diesem Beispiel weder eine bestimmte SKU noch ein Preis ableiten. Es zeigt den Unterschied zwischen dem Annehmen eines Anrufs und dem ausgehenden Teil der Verbindung.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Teams Phone Resource Account-Lizenz wirklich kostenlos?

Microsoft bietet sie kostenlos an, sie muss aber jedem Ressourcenkonto zugewiesen werden. Sie deckt weder Agenten noch Kosten für ausgehende PSTN-Anrufe ab.

Benötigt jedes Ressourcenkonto eine Rufnummer?

Nein. Die Lizenz ist auch ohne Rufnummer nötig. Eine Sprachanwendung mit öffentlichen Anrufen benötigt jedoch eine erreichbare Rufnummer und den passenden PSTN-Weg.

Reicht ein regulärer Calling Plan für die Weiterleitung aufs Mobiltelefon?

Bei Microsoft-Rufnummern gelten seit dem 1. November 2025 für ausgehende Anrufe im Namen des Ressourcenkontos finanziertes PAYG, Communications Credits oder die passende NCE-Telco-PAYG-Regelung. Für Operator Connect und Direct Routing gelten andere Voraussetzungen.

Braucht eine interne Call Queue immer ein eigenes Ressourcenkonto?

Nein. Bei direkter Einbindung hinter der Anwendung, die den Anruf angenommen hat, kann sie ohne eigenes Konto auskommen. Wenn Sie eines anlegen, muss es lizenziert sein; bestimmte Verwaltungsfunktionen benötigen ebenfalls ein Konto.

Ist das Empfangstelefon derselbe Kontotyp wie ein Auto Attendant?

Nein. Ein gemeinsam genutztes Telefon verwendet ein Gerätekonto und Teams Shared Devices. Das Ressourcenkonto eines Auto Attendants ist die Identität einer Sprachanwendung.

Was Sie vor der Bestellung dokumentieren sollten

Zeichnen Sie den Anrufablauf und erfassen Sie Lizenzen der Mitarbeiter, Ressourcenkonto-Lizenzen, Rufnummern und PSTN-Anbindung getrennt. Testen Sie mindestens einen echten eingehenden und einen ausgehenden Fall. Die Ursache kann im Routing des Anbieters oder in einer Voice-Routing-Richtlinie liegen. Bestellen Sie anhand der tatsächlichen Telefoniearchitektur, nicht anhand der Symbole im Teams Admin Center.